Eine Stradivari gibt tödliche Rätsel auf
Mechthild Borrmann glänzt mit ihrem Kriminalroman "Der Geiger" auf hohem litarischen Niveau
Eine Stradivari ist ein sehr wertvolles Strreichinstrument.Einige Millionen sind gut erhaltene, historische Violinen
meist wert. Um den Diebstahl einer Stradivari, die der
Geiger Stanislaw Sergejewitsch Grenko 1862 von Zar
Alexander II geschenkt bekommen hat, geht es in dem
Roman von Mechthild Borrmann. In einer Retrospektive
schiebt die freischaffende Schriftstellerin historische
und aktuelle Handlungsstränge nebeneinander. Sie
versteht es in einer eigenen literarischen Sprache
Spannung und vor allem Bilder zu erzeugen. Vordergründig
spielt die Musik keine große Rolle, dafür umso mehr
die Gefangenschaft in Russland, seltsame Ermordungen
und Autounfälle in der Familie Grenko. Den Mief in
den heruntergekommenen Absteigen vermag der Leser
förmlich zu riechen, wenn die Autorin das Ambiente
beschreibt. Auch die unterschwellige Angst des
einzig Überlebenden der Familie Grenko namens Sascha,
der in Deutschland lebt, wird auf seiner Reise nach
Moskau spürbar. Er will das Geheimnis um die
verschollene Stradivari lüften. Doch auch er steht
auf einmal unter Mordverdacht an seiner Schwester Vika.
Zumindest soll er angeblich mitbeteiligt gewesen sein.
Der Roman der preisgekrönten Schriftstellerin Mechthild
Borrmann ist keiner, den man wie einen billigen Burger
hinunterschlingt. Er ist eher wie ein guter, dunkelroter
Wein, von dem jeder Tropfen im Munde zergeht.
(c) Corinna S. Heyn
Mechthild Borrmann,
Der Geiger.
Droemer 2012.
Preis: 19,90 Euro
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