Ann Granger schrieb elegant und spannend "Mord hat keine Tränen"
Der alte Monty Bickerstaff lebt auf einem alten,
heruntergekommenen Anwesen in England. Seine Frau
Penny hielt ihn wegen seiner Trunksucht nicht mehr
aus und verließ ihn. So fristet der Alte ein tristes
Dasein umgeben vom Chaos, bis in seinem stets offen
stehenden Haus ein Toter aufgefunden wird. In
Bickerstaffs Wohnzimmer liegt ein elegant gekleideter,
unbekannter Toter. Bickerstaff kannte ihn nicht. Die
Recherchen von Inspector Jessica Campbell führen zu
einem mysteriösen Ghostwriter von Star-Biographien
namens Jay Taylor. Weitere Ermittlungen ergeben, dass
in dem Balaclava House ein Zimmer in dem oberen Stockwerk
von jemandem benutzt und anschließend fein säuberlich
geputzt wurde. Auch der Lexus des Toten wird an einer
Felsklippe aufgefunden. Dieser Roman der Bestseller-
Autorin Ann Granger besticht durch fein gesponnene
Dialoge, eine behutsame Langsamkeit der Schilderungen
und eine Liebenswürdigkeit gegenüber allen ihren Figuren.
Ann Granger war im diplomatischen Dienst tätig, bevor
sie Krimis um Mitchel und Marby, Fran Varady, Lizzie
Martin und Benjamin Ross sowie Jessica Campbell ersann.
Der Krimi ist fast vornehm geschrieben, er kommt ohne
wilde Verfolgungsjagden und pausenlose Morde aus. Er
lebt von skurrilen Personen und verborgenen Motiven.
Es gibt weder zertückelte noch geschändete Leichen,
sondern eine gepflegte Spannung. Diese erreicht Ann
Granger durch die Undurchsichtigkeit aller Spuren,
auf die sich zunächst keinen Reim bilden lässt. Erst
gegen Ende es Romans naht ein einfacher wie ebenso
überraschender Plot. Ein Muss für alle Fans des
britischen Humors und des Genres.
(c) Corinna S. Heyn
Ann Granger,
Mord hat keine Tränen.
Ein Fall für Jessica Campbell.
Aus dem Englischen von Axel Merz.
Bastei Lübbe Verlag 2011.
Preis: 8,99 Euro
www.luebbe.de
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